Welcher Hobbygärtner oder Gartenliebhaber kennt es nicht? Man sitzt gemütlich im Garten und sieht plötzlich ein paar Ameisen neben einem herlaufen. Ein paar kleine Ameisen können ja eigentlich nicht so schlimm sein, aber was ist, wenn Du ein riesiges Ameisennest in Deinem Garten hast? Und sind die kleinen Insekten eigentlich schädlich, oder könnten sie Dir in Deinem Garten sogar zu Gute kommen? Welche Ameisenarten gibt es in Deutschland und somit eventuell auch in deinem Garten? Genau damit und mit weiteren Fragen wollen wir uns im Folgenden genauer auseinandersetzen.

Diese Arten leben im Garten 

Es gibt Ameisenarten verschiedener Gattungen, die Hobbygärtnern häufig über den Weg laufen.  🐜

Schwarzgraue Wegameise 

Die Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger) ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt und baut ihre Nester überwiegend in der Erde oder unter Steinen. Sie bevorzugt zuckerhaltige Substanzen, aber auch stark proteinhaltige Nahrung wie Insekten. 

Blattschneiderameise

Blattschneiderameisen sind die Vegetarier unter den Ameisen und züchten Pilze, um sich von ihnen zu ernähren. Haben die Insekten einmal den passenden Platz gefunden, wachsen sie zu einem extrem großen Ameisenvolk heran. Die Königin bringt im Laufe ihres Lebens bis zu 150 Millionen Arbeiterinnen zur Welt. 

Feuerameise

Feuerameisen sind für gewöhnlich nicht in Deutschland beheimatet, werden aber vermehrt durch Importe eingeschleppt. Sie leben in der Regel unter Steinen, Pflastersteinen oder im offenem Feld, meist in unmittelbarer Nähe zu anderen Ameisenvölkern, von denen sie Brut und Nahrungsvorräte plündern. Feuerameisen sind sehr aggressiv und versprühen ein Gift, das allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen kann. 

Pharaoameise

Sie sind die kleinste, aber auch die gefährlichste Art unter den Ameisen. Pharaoameisen gelten als Überträger hoch infektiöser Krankheiten und zählen in Deutschland zu den schädlichsten Arten. Sie werden nur etwa 4,5 Millimeter lang und haben eine bernsteingelbe Färbung, ihr Hinterleib ist braun gefärbt. Pharaoameisen sind das ganze Jahr über aktiv und nisten sich in der kalten Jahreszeit vorzugsweise im Mauerwerk von Gebäuden ein. Da sich die Insekten vorzugsweise von stark eiweiß- und zuckerhaltigen Lebensmitteln ernähren, werden sie leider häufig in Haus und Garten gelockt. 

Gemeine Rasenameise

Auch die Gemeine Rasenameise ist mit 6 Millimetern Länge relativ klein und besonders in den Jahreszeiten Frühling und Sommer aktiv. Sie baut ihre Nester in der Erde oder unter Pflastersteinen, ist ein Allesfresser und dringt auf der Suche nach Nahrung auch gerne mal in Wohnungen und Häuser ein. 

Wohlriechende Hausameise

Die Wohlriechende Hausameise verströmt beim Zerdrücken einen leichten Kokosnuss-Duft und ist daher leicht bestimmbar. Sie lebt in Kolonien bis zu 10.000 Tieren und hält sich gerne in der Nähe von Wohnungen und Häusern auf. Sie findet dort nämlich alles was sie für ihre Ernährung benötigt, und das sind bevorzugt Früchte und Süßspeisen. 

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Ameisen im Garten: Ameisennester erkennen

Ob sich ein Ameisennest im Garten befindet, erkennt man vor allem an kleinen Erderhebungen oder Sandhäufen im Rasen, an Wegen und zwischen Gehwegplatten. Zum Bau ihres Nestes bevorzugen Ameisen meist  sonnige und trockene Stellen unter Steinen, in Sand- oder Erdböden oder in Mauerspalten. Oftmals erkennt man einen Befall auch daran, dass sich die Fugen von Gehwegplatten auflösen und die Hohlräume von Ameisen bevölkert werden. Der Grund warum die winzigen Insekten in unseren Garten kommen und sich dort einnisten, ist ein ganz simpler: es ist die Suche nach Nahrung. Oft werden Ameisen dort fündig, weil sie im Garten Pflanzen mit Blattläusen vorfinden. Einige Arten ernähren sich vom Honigtau der Blattläuse. Honigtau sind Ausscheidungen von Blattläusen, welcher von  Ameisen besonders gerne verspeist wird. Wenn Du also eine Ameisenstraße in Deinem Garten entdeckst, dann kannst Du davon ausgehen, dass die Ameisen gerade auf der Suche nach Nahrung sind.

Ameisennester umsiedeln

Wer Ameisen nicht sofort bekämpfen möchte, sollte erstmal versuchen ihr Nest umzusiedeln. Das funktioniert ganz einfach:

  1. Befülle Blumentöpfe mit Holzwolle und stelle sie mit der Öffnung nach unten auf die Ameisenstraße.
  2. Nach einer gewissen Zeit siedeln die Tiere in den Topf. Das erkennt man vor allem daran, dass sie ihre Puppen in das neue Nest bringen. 
  3. Wenn die Ameisen vollständig umgezogen sind, muss der Blumentopf einfach nur mit einer Schaufel an einen anderen Ort gebracht werden. Dieser sollte sich aber mindestens 30 Meter von ihrem alten Bau befinden, da die Tiere sonst womöglich wieder zurückkehren. 

Ameisen biologisch bekämpfen: Hilfreiche Hausmittel 

Bevor Du zu Mitteln wie Insektiziden oder sogar zu Ameisengift greifst, solltest Du es zunächst mit einigen simplen Hausmitteln versuchen, die bei der Ameisenbekämpfung helfen können.

  • Klebeband: Überklebe ein Stück einer Ameisenstraße mit einem Stück Klebeband, damit die Ameisen die Duftspur verlieren, mit der sie den Weg für sich und ihre Artgenossen markiert haben. Die Ameise findet somit nicht mehr zu ihrer ursprünglichen Futterquelle zurück. 
  • Kreide, Babypuder oder Kalk: Diese Mittel funktionieren nach dem selben Prinzip und unterbrechen den Weg der Ameisen zur Nahrungsquelle bzw. zum Bau.
  • Stark duftende Substanzen: Ameisen orientieren sich mithilfe von Duftstoffen, sogenannten Pheromonen. Diese Duftstoffe nutzen die Insekten zum Markieren ihrer Ameisenstraßen vom Bau bis zur Futterquelle. Mit Hausmitteln wie z. B. Lavendel, Nelke, Zimt, Chili, Zitrone, Knoblauch oder Essig lassen sich die Duftstoffe der Ameisen überdecken und die Tiere finden ihren ursprünglichen Weg zur Nahrung bzw. zum Bau nicht mehr. 
  • Backpulver: Backpulver ist zwar ein beliebtes Hausmittel gegen Ameisen, aber nur bedingt zu empfehlen, da die Insekten unmittelbar nach der Aufnahme des Backpulvers platzen, weil reichlich Kohlendioxid freigesetzt wird. 

Ist die Ameise ein Schädling oder Nützling?

Diese Frage lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Die Blattschneiderameise ist definitiv eher mehr Schädling als Nützling, weil sie sich von Pflanzen ernähren, wodurch sie mit Blattfraß befallen werden. Generell sind viele Arten aber auch nicht als Schädlinge zu bezeichnen, sondern eher als natürliche Gesundheitspolizei. Ameisen fressen nämlich andere Schädlinge, die ansonsten Pflanzen befallen könnten. Leider können sie  aber auch dazu beitragen, dass Pflanzen vertrocknen. Wenn die Ameisen es sich nämlich in deinen Hochbeeten oder Blumentöpfen bequem machen, verlieren die Pflanzenwurzeln häufig den Bodenkontakt, der benötigt wird, damit diese Wasser und andere Nährstoffe aufnehmen können.

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