Jeder kennt sie aus dem Zoo und die meisten Menschen finden die kleinen Gesellen ziemlich putzig: Marder. Doch sobald sich ein Marder im Auto oder auf dem Dachboden eingenistet hat, hört es mit seiner Niedlichkeit auf. Marder sind äußerst unangenehme Nachbarn, die massive Schäden an Fahrzeug und Haus hinterlassen können.

Marder haben schon längst ihre Scheu vor Menschen abgelegt und fühlen sich in unserer Umgebung äußerst wohl. Der warme Motorraum eines Autos oder ein gemütlicher Dachboden sind perfekte „Spielplätze“ für die Tiere und besonders beliebte Nistplätze. Trotzdem bekommt man die nachtaktiven Tiere nur selten zu Gesicht. Besonders aktiv sind Marder zur Paarungszeit im Frühjahr und Sommer. Dann sind die männlichen Tiere besonders aggressiv. Die Einzelgänger setzen Duftmarken, um ihr Revier zu markieren. Stößt ein anderes Männchen auf die Duftmarke eines Artgenossen führt das zu richtig schlechter Laune. Der Marder beißt mit seinen kleinen, scharfen Zähnen wild um sich und beschädigt dabei alles, was ihm in die Quere kommt: Stromkabel, Wasserschläuche oder Dämmmaterial.

Marderschäden 

Die Schwierigkeit bei Marderschäden ist, dass sie häufig nur schwer zu erkennen sind. Wer mehr über das Thema Marder wissen möchte, findet hier einen ausführlichen Beitrag. 

Marderschäden im Auto

Ein tropfender Kühlwasserschlauch und ein schlimmstenfalls überhitzter Motor sind nur die offensichtlichsten Anzeichen, dass der kleine Nager am Werk war. In den meisten Fällen sind Marderschäden jedoch erst auf den zweiten Blick erkennbar. Typische Hinweise auf einen Marderbesuch sind Kratzspuren an der Dämmwolle, sowie Haare und Bissspuren an Kabeln und Schläuchen. Manchmal versuchen Marder sogar, ihr Nest im Motorraum zu bauen. Wer plötzlich Laub, Äste und alte Zeitungen unter der Motorhaube findet, hat den Beleg dafür. Das Nistmaterial sollte umgehend entfernt werden, da es bei den hohen Temperaturen im Motorraum Feuer fangen kann. Marderschäden am Auto sind keine Seltenheit. Jedes Jahr verursachen die Tiere an mehr als 200.000 Fahrzeugen Schäden. Die Kosten für die Kfz-Versicherungen belaufen sich dadurch jährlich auf hohe zweistellige Millionenbeträge.

Marderschäden im Haus

Marder fühlen sich jedoch nicht nur im Motorraum eines Auto wohl, sie nisten sich auch liebend gerne auf Dachböden oder in Garagen ein. Auch im Haus können die kleinen Nagetiere jede Menge Schäden anrichten. Sie beißen Kabel und Leitungen an, zerstören Isolierungen und zerkratzen die Fassade. Entgegen der weitverbreiteten Meinung halten Marder übrigens keinen Winterschlaf. Besonders in den kalten Monaten freuen sie sich über einen warmen Unterschlupf unter einem Dach. Dazu kommt der Gestank durch Urin und Kot, den Marder im Haus hinterlassen. Da die Tiere überaus reinlich sind, verrichten sie ihr Geschäft stets an den gleichen Orten. Das kann zu Feuchtigkeitsschäden am Boden führen. Ganz zu schweigen vom üblen Geruch der Hinterlassenschaften. Noch schlimmer wird die Geruchsbelästigung, wenn Marder ihre tote Beute mit ins Haus nehmen. Die toten Tiere locken zudem Fliegen, Maden und anderes unerwünschtes Getier an.

Marderabwehr

Vor dem Hintergrund der vielfältigen Schäden, die Marder an Autos, Garagen und Häusern hinterlassen können, ist eine effektive Marderabwehr entscheidend. Ansonsten können sich die Reparaturkosten für Haus und Auto schnell auf vierstellige Eurobeträge summieren. Glücklicherweise gibt es seit einiger Zeit ein Gerät, das Marder zuverlässig abschreckt und vertreibt: Der sogenannte „Marderschreck“. Ein Marderschreck ist die effektivste Methode der Marderabwehr, ohne das Tier zu verletzen.

Die Funktionsweise des Marderschrecks

In der Praxis sind neben der Bezeichnung Marderschreck auch die Begriffe Marderscheuche oder Marderschocker geläufig. Unter allen Namen wird jedoch gleichermaßen ein kleines, elektrisches Gerät verstanden, das der Marderabwehr dient. Wie der Name bereits zum Ausdruck bringt, soll ein Marderschreck bzw. eine Marderscheuche das Tier erschrecken und verscheuchen. Damit verhindert es, dass der Marder sich im Motorraum eines Autos oder in einem Haus herumtreibt und dort Schäden anrichtet.

Marderschrecks basieren auf zwei unterschiedlichen Wirkweisen: Ultraschall und Strom.

Ein Marderschreck auf Ultraschallbasis erzeugt einen Ton in Hochfrequenz. Für Menschen ist dieser Ton nicht hörbar und somit nicht störend. Für das Gehör des Marders ist der hochfrequente Ton hingegen äußerst unangenehm, weshalb er das Weite sucht, sobald er ihn hört.

Im Unterschied zu einem Ultraschall-Marderschreck funktioniert ein Marderschocker auf Strombasis mit Hochspannung. Sobald der Marder durch einen der typischen Zugänge ins Auto gelangen möchte, wird ihm ein Stromschlag versetzt. Doch keine Angst, der Elektroschock tut dem kleinen Tier nichts zuleide. Wie bei einem Elektrozaun an der Weide ist der Stromschlag absolut harmlos und soll den Marder lediglich so erschrecken, dass er sich einen neuen Platz sucht.

Arten von Marderschrecks

Welche Art von Marderschreck die richtige ist, hängt im Wesentlichen vom Einsatzort und dem persönlichen Geschmack des Nutzers ab. Sowohl der Marderschreck mit Elektroschock als auch der Marderschreck mit Ultraschall hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass, falls sich bereits ein Marder im Motorraum niedergelassen hat, vor der Installation eines Gerätes eine Motorwäsche durchgeführt wird. 

Marderschreck mit Elektroschock

Der Marderschreck auf Strombasis versetzt dem Marder einen 200 bis 300 Volt starken Stromschlag. Zu diesem Zweck müssen an verschiedenen Stellen im Motorraum Kontaktplatten angebracht werden (in der Regel sechs bis acht Stück), die als Elektroden fungieren. Wenn der Marder mit einer der Kontaktplatten in Berührung kommt, erhält er einen Elektroschock.

Die Montage eines Marderschrecks mit Elektroschock stellt für handwerklich begabte Menschen kein Problem dar. Die Kontaktplatten können ohne zu bohren am Fahrzeug angebracht werden. Als Minuspol dienen die Karosserie oder andere Metallbauteile im Motorraum. Ein Marderschreck mit Elektroschock ist absolut sicher. Das Gerät schaltet sich während der Fahrt und beim Öffnen der Motorhaube automatisch ab. Wer sich den Selbsteinbau trotzdem nicht zutraut, kann sich den Elektroschock-Marderschreck in jeder Autowerkstatt einbauen lassen.

Der größte Vorteil eines Marderschrecks mit Hochspannung ist die Effektivität. Der Stromschlag schreckt den Marder zuverlässig ab und sorgt dafür, dass das Tier nicht wiederkehrt ohne es dabei zu verletzen. Außerdem gibt es beim Marderschreck auf Strombasis im Gegensatz zu einem Gerät mit Ultraschall keinen Gewöhnungseffekt. Nicht zuletzt ist ein Elektroschock-Marderschreck leicht zu bedienen und günstig im Unterhalt.

Hauptnachteil dieser Geräteart ist der höhere Anschaffungspreis und die kompliziertere Montage. Wer diese nicht selbst durchführen will, muss zudem die Installationskosten in einer Autowerkstatt tragen. Darüber hinaus ist ein Marderschreck mit Elektroschock ein fest verbautes Teil, das im Unterschied zu einem Ultraschallgerät nicht schnell an einen anderen Ort verbracht werden kann.

Marderschreck mit Ultraschall

Ein Marderschreck mit Ultraschall ist ein kleines Gerät, das einen hochfrequenten Ton aussendet, der für Marderohren äußerst unangenehm ist. Die schlauen Tiere können sich jedoch an diesen Ton gewöhnen und sich davon nicht mehr abschrecken lassen. Um das zu verhindern, wechseln die meisten Ultraschallgeräte sowohl die Tonlage als auch die Sendeintervalle. Das sorgt für einen höheren Schreckeffekt und soll dem Gewöhnungseffekt entgegenwirken. Zudem werden von einigen Herstellern Modelle mit einem Bewegungsmelder angeboten, die erst einen Ton aussenden, wenn eine Bewegung wahrgenommen wird.

Wesentlicher Vorteil eines Marderschrecks mit Ultraschall ist die einfache Installation. Das Gerät lässt sich an einem beliebigen Ort aufstellen. Bei der Inbetriebnahme muss man lediglich auf den richtigen Abstrahlwinkel und die Reichweite des Geräts achten. Im Gegensatz zu einem Elektroschock-Modell ist ein Marderschreck mit Ultraschall etwas günstiger im Erwerb.

Der große Nachteil der Ultraschall-Geräte ist, dass sie nicht für alle Personengruppen geeignet sind. Vor allem Hundebesitzer sollten sich keinen Marderschreck mit Ultraschall zulegen, da ihre Vierbeiner das Geräusch ebenso wahrnehmen und sich daran stören können. Inwiefern die hochfrequenten Töne auch für Babys und Kleinkinder hörbar sind, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. 

Vorteile und Nachteile im Vergleich

Ein Gerät mit Hochspannung oder doch lieber ein Marderschreck auf Ultraschallbasis? Beide Marderschrecks haben ihre Vor- und Nachteile. 

Ultraschalltöne

  • tierfreundlich
  • einfache Installation
  • tragbar
  • möglicher Gewöhnungseffekt
  • ungeeignet für Hundebesitzer

Elektroschocks

  • effektiver Überraschungsmoment
  • anspruchsvolle Montage
  • fest verbaut

Hausmittel als Marderschreck

Bevor sie sich ein professionelles Gerät zum Marderschutz zulegen, probieren viele Menschen zunächst hausgemachte Lösungen aus, um ihr Marderproblem in der Griff zu bekommen. Hunde- und Katzenhalter setzen nicht selten auf Tierhaare zur Marderabwehr. Auch Mottenkugeln und Toilettensteine gelten landläufig als geeigneter Marderschutz. Und nicht zuletzt versuchen einige Autobesitzer die kleinen Nager durch einen Drahtzaun unter dem Fahrzeug fernzuhalten. Inwiefern diese Hausmittel als Marderabwehr geeignet sind, ist keineswegs bewiesen.

Fazit zur Marderabwehr

Marderschäden sind nicht nur unangenehm, sondern können auch richtig ins Geld gehen. Wer einen effizienten Schutz vor Mardern benötigt, sollte auf den Einsatz von Hausmitteln zur Marderabwehr verzichten und gleich auf einen professionellen und effizienten Marderschutz vertrauen. Ein Marderschreck mit Hochspannung oder Ultraschall ist ein zuverlässiges Mittel zur Lösung jedes Marderproblems. Alternativ bietet sich auch der Einsatz eines Mardersprays von einem professionellen Anbieter an.

Häufige Fragen zum Thema Marderschreck

Welche Autos mögen Marder am liebsten?

Statistiken besagen, dass Marder eine Vorliebe für bestimmte Automarken haben (besonders deutsche Hersteller). Dies könnte damit zusammenhängen, dass es Marder bei einem bestimmten Motoraufbau leichter haben, in den Motorraum einzudringen. Eine andere Theorie besagt, dass einige Hersteller geringe Mengen von Fischmehl in Plastikteilen verarbeiten, was Marder anlockt.

Warum kommen Marder in den Motorraum eines Autos?

Marder sind äußerst neugierige Tiere, die gerne neue Dinge untersuchen. Zudem gibt es die Vermutung, dass der Geruch von Schläuchen und Kabel angenehm für die Tiere ist. Außerdem mögen die kleinen Nager die Abwärme des Automotors und markieren dort ihr Revier.

Welche Schäden richten Marder an?

Marder richten zahlreiche Schäden an Auto und Haus an. In Fahrzeugen beißen sie in Stromkabel, knabbern an Wasserschläuchen und zerkratzen Dämmmaterial. Im Haus fallen sie ebenso über Kabel und Leitungen her, zerstören Isolierungen und zerkratzen Fassaden.

Was hilft am besten gegen Marder?

Der zuverlässigste Schutz vor Mardern ist ein Marderschreck mit Elektroschock oder mit Ultraschall. Geräte auf Basis von Hochspannung sind generell effektiver als Modelle mit akustischem Signal. Als Alternative kann auch ein professionelles Marderspray eingesetzt werden.

Wie funktioniert ein Marderschreck?

Ein Marderschreck funktioniert entweder auf Basis von Hochspannung oder von Ultraschall. Ein Elektroschock-Marderschreck versetzt dem Marder einen harmlosen Stromschlag. Ein Ultraschall-Marderschreck erzeugt hingegen einen hochfrequenten und für den Marder unangenehmen Ton.

Marderschreck: welche Frequenz schreckt die Tiere ab?

Die Frequenz eines Marderschrecks sollte im Ultraschallbereich liegen, also bei über 16 kHz. Viele Produkte befinden sich in einem Frequenzbereich von 20 bis 40 kHz und schrecken Marder zuverlässig ab. Ultraschall-Geräte mit tieferen Frequenzen können bei Menschen mit sensiblem Gehör zu Problemen führen.

Helfen Hausmittel gegen Marder?

Hausmittel wie Tierhaare, Mottenkugeln oder Toilettensteine werden von vielen Menschen zur Marderabwehr eingesetzt. Ihre Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt. In Sachen Effizienz sind sie einem Marderschreck unterlegen.